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Krankenhäuser und Rehakliniken in Deutschland

Krankenhaus-Alltag

 

Um Ihnen den Durchblick ein wenig zu erleichtern, beschreiben wir Ihnen hier kurz verschiedene Krankenhausformen und die Organisation des Ärzteteams und Pflegepersonals.

 

Der Aufbau eines Krankenhauses und die Aufgaben der einzelnen Mitarbeiter sind für die Besucher und Patienten oft nur schwer zu durchschauen. Das gilt besonders für große Kliniken, bei denen schon eine Abteilung umfassender sein kann als ein einzelnes kleines Krankenhaus. Besonders, wenn Sie von einem kleinen in ein großes Haus verlegt werden, kann das sehr unpersönlich und verwirrend auf Sie wirken. Um Ihnen den Durchblick ein wenig zu erleichtern, beschreiben wir Ihnen hier kurz verschiedene Krankenhausformen und die Organisation des Ärzteteams und Pflegepersonals.

Aufbau der Krankenhäuser

In Deutschland gibt es öffentliche, gemeinnützige, kirchliche und private Krankenhäuser. Je nach ihrer Versorgungsaufgabe stuft man sie in drei Kategorien ein. Es gibt Kliniken der Grund-und Regelversorgung, Regionalkrankenhäuser mit einer mittleren Versorgungsmöglichkeit und Schwerpunktkrankenhäuser wie Unikliniken mit einer Maximalversorgung, auch für spezielle Diagnostik und Behandlung. Die Kliniken sind in der Regel nach Abteilungen wie Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie oder Urologie aufgebaut, die meisten Krankenhäuser verfügen über Intensivstationen.

Ärzteteam

Zu den Ärzten einer Abteilung gehören Chefarzt, Oberarzt, Stationsarzt und/ oder Assistenzärzte. Jede Abteilung wird von einem oder mehreren Chefärzten oder Chefärztinnen geleitet. Gemeinsam mit den Oberärzten sind er oder sie für die Untersuchung und Behandlung der Patienten verantwortlich. In den meisten Abteilungen gibt es mehrere Assistenzärzte, die entweder Fachärzte sind oder sich zum Facharzt weiterbilden. Ihre Anleitung liegt bei dem zuständigen Oberarzt oder einem dienstälteren Stationsarzt. Die Assistenzärztinnen und -ärzte betreuen und untersuchen die Patienten, nehmen Ihre Krankengeschichte auf und können unter Anleitung eines Facharztes auch operieren. Es gibt regelmäßige Besprechungen der Assistenzärzte mit dem zuständigen Oberarzt und dem Chefarzt. Der Stationsarzt und die Assistenten sind Ihre wichtigsten Bezugspersonen. Viele Ihrer Fragen werden Ihnen die Stations- bzw. Assistenzärzte und Schwestern beantworten können. Sie können aber auch um ein gesondertes Gespräch mit dem Oberarzt oder der Oberärztin sowie dem Chefarzt oder der Chefärztin bitten. Vielleicht ist es hilfreich für Sie, die Namen der zuständigen Ärzte und Ärztinnen im Kasten am Anfang dieser Broschüre zu notieren.

Visite

Für die meisten Patienten ist die tägliche Visite ein wichtiges Ereignis. Sie hoffen, mehr über den Stand ihrer Behandlung, die Chancen ihrer Heilung oder auch den Tag ihrer Entlassung zu erfahren. Machen Sie sich vielleicht vorab ein paar Notizen, bevor der Arzt/die Ärztin zur täqlichen Visite kommt. Wenn das Team an einem Tag vielleicht ein wenig in Eile ist, z.B. weil eine Notoperation den Terminplan durcheinandergebracht hat, warten Sie den nächsten Tag ab. Dann wird sicher Zeit für Ihre Fragen sein. Regelmäßig (z.B. einmal oder mehrmals in der Woche) kommt auch der Oberarzt oder der Chefarzt zur Visite. Die für Sie zuständigen Assistenzärztinnen und -ärzte tauschen sich in der Regel täglich mit den anderen Ärzten des Teams und den Oberärzten bzw. dem Chefarzt aus.

Pflegepersonal

Da gibt es zunächst eine leitende Pflegekraft, die Oberschwester, mit der Sie aber wahrscheinlich weniger zu tun haben werden. Die Stationsschwester oder der Stationspfleger leitet ein Team von Krankenschwestern und Pflegern sowie die gerade auszubildenden Krankenpflegerinnen und Pflegehelferinnen. Die für Sie zuständigen Schwestern und Pfleger werden für Sie häufig wichtige Ansprechpartner sein; fühlen Sie sich ermutigt, sie anzusprechen. Vielleicht gehört auch ein "Zivi" zum Team, ein junger Mann, der den Zivildienst dem Wehrdienst bei der Bundeswehr vorzieht. Das Pflegepersonal organisiert den gesamten Ablauf auf Ihrer Station und betreut die Patienten. Meist begleitet mindestens eine der Schwestern/einer der Pfleger die tägliche Visite des Ärzteteams. In vielen Kliniken tragen heute alle Mitarbeiterlnnen Schilder mit Namen und Funktion am Revers. Das wird Ihnen helfen, die Übersicht zu behalten.

Krankengymnastik

Krankengymnastinnen und -gymnasten leisten bei vielen Krankheitsbildern einen entscheidenden Beitrag zur Besserung und Heilung. Dies gilt sowohl im Verlauf von Krankheiten als auch im Anschluß an Unfälle oder Operationen, wenn es um das Wiedergewinnen der körperlichen Beweglichkeit geht. Häufig werden die Krankengymnasten Ihnen Übungen zeigen, die Sie mehrmals am Tage ausführen können und Ihnen beim Heilungsverlauf helfen werden. Wichtig ist, daß der Patient selbst die Übungen erlernt und selbsttätig durchführt. Auch tägliche Krankengymnastik kann nur helfen, wenn der Patient sich nicht "beüben" läßt, sondern eigenständig trainiert. Mittlerweile gibt es auch einige Programme, die Patienten gezielt mit einfachen Übungen zum richtigen Training und Verhalten anleiten wie z.B. Rückenschule und Knieschule.

Labor

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des medizinisch-technischen Dienstes kümmern sich z.B. im Labor oder in der Röntgenabteilung, im EKG oder in der Endoskopie um die Vorbereitung und Durchführung technischer Untersuchungsverfahren. Wenn die Untersuchungen auf der Station durchgeführt werden müssen, kann es sein, daß die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Sie am Krankenbett aufsuchen.

Ernährungsberatung / Küche

Ernährungsberaterinnen stellen bei bestimmten Erkrankungen einen Diätplan auf und beraten Patienten in Absprache mit den Pflegekräften und den Ärzten bei speziellen Ernährungsproblemen. Der Kontakt zur Ernährungsberatung wird in der Regel ärztlich veranlaßt. So bekommt ein Patient nach einer Gallenoperation natürlich einen besonderen Essensplan, aber auch Menschen mit Osteoporose oder Tumorkranke erhalten ihren persönlichen Speisezettel. Die Ernährungsberaterlnnen sind auch zusammen mit der Küchenleitung für den allgemeinen, täglichen Speiseplan verantwortlich. Sie achten auf eine gute Verträglichkeit des Essens, legen Wert auf genügend Ballaststoffe und Vitamine. Wenn Sie eine Ernährungsberatung haben möchten, sprechen Sie das bei der Visite an. Auch wenn Sie bestimmte Ernährungsgewohnheiten haben, z.B. vegetarisch essen, oder wenn Sie Unverträglichkeiten von Speisen haben, teilen Sie dies den Ärzten und Pflegekräften mit, damit dies berücksichtigt werden kann.

Sozialarbeit

Auch dies ist eine Einrichtung, die Sie in vielen Kliniken finden werden. Die Sozialarbeiterlnnen unterstützen Sie, wenn Sie nach Ihrer Entlassung noch eine Weile oder auf Dauer pflegebedürftig sind und eine Betreuung zu Hause oder in einem Heim brauchen. Sie helfen Ihnen auch bei Anträgen für einen Schwerbehindertenausweis oder Rehabilitationsmaßnahmen. Darüber hinaus können Sie sich auch mit persönlichen oder sozialen Problemen an die Sozialarbeiterlnnen wenden. Die Beratung unterliegt der Schweigepflicht.

Seelsorge

Wenn Sie möchten und die Zeit es gestattet, werden die evangelischen oder katholischen Pfarrer/innen Sie von sich aus aufsuchen. Sie können die Klinikseelsorger aber auch gezielt um ein Gespräch bitten, wenn Sie etwa vor oder nach einer Operation eine Unterstützung im Glauben wünschen. Patienten, die einer anderen Glaubensrichtung angehören, haben die Möglichkeit, sich z.B. bei den Sozialarbeiterlnnen nach entsprechenden Gesprächspartnern zu erkundigen.

Weiteres Personal

Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Frauen und Männer, die zu einem reibungslosen Ablauf des Krankenhausbetriebes beitragen. Da sind die Putzleute, die jeden Tag saubermachen, das Küchenpersonal, die Mitarbeiter des Krankentransports, die Sekretärinnen und Telefonistinnen, die Handwerker und Wäschereimitarbeiter.

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